
Der goldene Standard bei Lymph- und Lipödemerkrankungen sind heute maßangefertigte flachgestrickte Kompressionsversorgungen, die immer fachgerecht angemessen und angepasst werden. Die erforderliche Passform und therapeutische Wirksamkeit (Arbeitsdruck, Mircromassage, Wandstabilität) ist auf Grund der Anatomie bei diesen Ödemformen nur so zu erreichen.
Je nach Indikation kann mit Kompressionsklassen 1 bis 4 versorgt werden. Dabei besteht die Möglichkeit, verschiedene Flachstrickmaterialien anzuwenden.
Versorgungsbeispiele für untere Extremitäten
Die folgenden Übersichten zeigen zusätzliche Versorgungsmöglichkeiten an Problemzonen:
Bei einigen Indikationen kann es auch sinnvoll sein, zusätzlich mit Druckpelotten, Abpolsterungen und Futterstoffen zu arbeiten.
Außerdem besteht die Möglichkeit, zusätzliche Befestigungen oder Halterungen an Strümpfen anbringen oder Reißverschlüsse einarbeiten zu lassen, um einen perfekten Halt der Kompressionsbestrumpfung zu erzielen.
Versorgungsbeispiele für obere Extremitäten
Für einen guten Halt von Armbestrumpfungen sorgen Haftbänder, die nicht rollen oder einschnüren, einen schönen Abschluß bilden und optimalen Tragekomfort bieten.
Zusätzliche Haftbandstücke bieten besonders bei voluminäsen Oberarmen optimalen Halt.
Druckpelotten, zusätzlich eingearbeitet in Armstrümpfe, erhöhen den lokalen Druck im Hand- oder Unterarmbereich und lockern so fibrosiertes Bindegewebe.
Abpolsterungen dienen der Druckentlastung und Reduzierung der Faltenbildung im Handgelenksbereich zur Verhinderung von Handrückenödemen.
Futterstoffe aus besonders weichem glattem Stoff können bei Bedarf besonders empfindliche Partien wie Ellenbeugen oder irritierte Hautpartien schützen.
Eine alternative Befestigung bei Unverträglichkeit des Haftbandes oder bei sehr ausgeprägten Oberarmen bieten die anatomische Schulterkappe, der Schultergurt oder die BH-Befestigung.
Das Einarbeiten von Reißverschlüssen oder Klettverschlüssen sind weitere Spezialvarianten zum Beispiel bei außergewöhnlichen Formen, frischen Narben oder Handicapversorgungen.
Frauen nach Mammakarzinom sollten besonderen Wert auf gut sitzende und entlastende Miederwaren legen.
Besondere Aufmerksamkeit in der Versorgung bedarf es bei Patienten mit Verbrennungen, Verbrühungen, Allergien, Malformationen oder ungünstiger Narbenentwicklung nach Operationen. Zum Einsatz kommen hier Flachstrickmaterialien zum Beispiel mit Silberfäden, reiner Baumwolle, zum Teil ohne chemische Zusätze.